Für einen einzelnen Film- oder Serienstream reichen bei vielen Diensten wenige Megabit pro Sekunde. Am Fernseher sollten etwa 3 bis 5 Mbit/s für SD und 5 bis 10 Mbit/s für HD ankommen. Für Internetfernsehen und mehrere gleichzeitige Streams ist mehr nötig.

Entscheidend ist die Download-Geschwindigkeit: Sie gibt an, wie schnell Videodaten zum Gerät gelangen. Die im Tarif angegebene Geschwindigkeit entspricht nicht immer der Geschwindigkeit, die über WLAN am Fernseher ankommt.

Richtwerte für SD, HD und 4K

Wie viel Geschwindigkeit du brauchst, hängt vom Dienst und von der Bildauflösung ab. SD steht für Standardauflösung, HD für hochauflösendes Bild. Full HD bezeichnet meist eine Auflösung von 1080p; 720p wird ebenfalls als HD angeboten.

Nutzung Anbieter-Richtwerte Praktische Orientierung für einen Stream
SD YouTube nennt etwa 0,7 Mbit/s für 360p und 1,1 Mbit/s für 480p. Etwa 3 bis 5 Mbit/s am Gerät
HD, 720p YouTube nennt 2,5 Mbit/s, Netflix 3 Mbit/s. Etwa 5 bis 10 Mbit/s am Gerät
Full HD, 1080p YouTube und Netflix nennen jeweils 5 Mbit/s. Etwa 5 bis 10 Mbit/s am Gerät
4K/UHD Netflix nennt 15 Mbit/s, YouTube 20 Mbit/s. Am besten die Vorgabe des jeweiligen Dienstes prüfen

Die Anbieter empfehlen diese Werte für ihre eigenen Dienste und Bildqualitäten. Sie sind keine festen Mindestwerte für jedes Gerät und jede Verbindung. Die Spanne von 3 bis 5 Mbit/s für SD und 5 bis 10 Mbit/s für HD bietet mehr Spielraum als das jeweilige Minimum. Eine feste zusätzliche Reserve, die für alle Anschlüsse gilt, gibt es nicht.

Internetfernsehen braucht eigene Richtwerte

Klassisches Internetfernsehen, auch IPTV genannt, überträgt Fernsehsender über den Internetanschluss. Dafür gelten die Vorgaben des jeweiligen Fernsehdienstes. Die Werte eines Filmstreaming-Anbieters lassen sich nicht automatisch darauf übertragen.

Für MagentaTV nennt die Telekom beispielsweise 9 Mbit/s je HD-Stream. Eine weitere Telekom-FAQ gibt mindestens 16 Mbit/s für HD an. Beide Angaben gelten für MagentaTV. Die Telekom erklärt nicht abschließend, warum sie voneinander abweichen. Nutze sie daher nur als Orientierung für MagentaTV, nicht als allgemeinen HD-Mindestwert. Für drei gleichzeitig laufende HD-Streams nennt die Telekom mindestens 27 Mbit/s.

Prüfe bei IPTV die Anforderungen deines Anbieters und rechne parallele Streams mit ein. Auch andere Geräte im Haushalt nutzen den Anschluss, etwa wenn sie Videos laden oder große Dateien herunterladen.

Warum ein Stream puffert

Beim Abspielen lädt das Gerät fortlaufend Videodaten nach und speichert einen Teil davon kurzfristig zwischen. Diese gespeicherten Daten bilden den Puffer. Kommen zeitweise weniger Daten an, als die Wiedergabe benötigt, leert sich der Puffer. Das Video hält an, bis neue Daten geladen sind.

Ein stockender Stream bedeutet nicht automatisch, dass dein Tarif zu langsam ist. Das WLAN kann am Standort des Fernsehers schwach sein, die Verbindung kann schwanken oder mehrere Geräte können gleichzeitig Bandbreite beanspruchen. Auch Router, Fernseher oder Streaming-Gerät können den Empfang begrenzen. Bei Live-Übertragungen spielt zudem die Auslastung des Netzes eine Rolle.

Manche Dienste senken bei einer schwächeren Verbindung automatisch die Bildqualität. Das kann die Wiedergabe stabilisieren, verändert aber die Schärfe. Wenn ein Stream regelmäßig stockt, teste deshalb zuerst die Verbindung am Fernseher und prüfe, ob andere Geräte gerade viel Datenverkehr erzeugen.

Streaming-Geschwindigkeit am Fernseher messen

Miss die Geschwindigkeit dort, wo du streamst. Ein Test neben dem Router zeigt nicht, wie viel Daten am Fernseher im Wohnzimmer ankommen. Führe mehrere Messungen zu unterschiedlichen Tageszeiten durch, besonders dann, wenn die Probleme üblicherweise auftreten.

Wenn möglich, vergleiche WLAN mit einer Verbindung über ein Netzwerkkabel. Läuft der Stream per Kabel stabiler, liegt der Engpass wahrscheinlich im WLAN. Stelle den Router möglichst frei und in der Nähe der häufig genutzten Geräte auf. Hindernisse und Störquellen können den Empfang verschlechtern.

Denk auch daran, was parallel läuft: Ein einzelner Full-HD-Stream stellt eine andere Anforderung als mehrere Streams oder IPTV auf mehreren Fernsehern. Wenn du gegenüber dem Anbieter belegen willst, welche Leistung dein Festnetzanschluss erreicht, reicht ein gewöhnlicher Geschwindigkeitstest nicht aus. Das Messverfahren der Bundesnetzagentur sieht 30 Messungen innerhalb von 14 Tagen unter vorgegebenen Bedingungen vor.